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Berufsunfähigkeitsversicherung - Berufsunfähigkeitsrisiko

Berufsunfähigkeitsversicherung - Berufsunfähigkeitsrisiko

Definition zum Begriff Berufsunfähigkeitsversicherung - Berufsunfähigkeitsrisiko in unserem BUV Lexikon.

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Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung - Berufsunfähigkeitsrisiko

Die Ursachen für Berufsunfähigkeit sind offenbar nicht bekannt: 43 % der Befragten nennen Rückenleiden und 37 % Unfälle als Hauptauslöser. Tatsächlich scheiden aber nur 17 % wegen Rückenleiden aus dem Berufsleben aus, aufgrund von Unfällen nur 5 %. Nur 27 % wissen, dass die Hauptursache psychische Erkrankungen mit 33 % aller Fälle sind.

Wenn die Bevölkerung die Gründe für Berufsunfähigkeit nicht kennt, dann schätzt sie auch das Risiko der persönlichen Betroffenheit falsch ein.

Nur 13 Prozent der Berufstätigen in Deutschland sehen für sich persönlich das Risiko, berufsunfähig zu werden. 75 % der Deutschen sorgen nur unzureichend für das Berufsunfähigkeitsrisiko vor, aus zwei Gründen: Die Befragten unterschätzen das Risiko persönlich betroffen zu werden und sie sind über die Berufsunfähigkeitsversicherung falsch informiert.

Die Continentale-Studie zur Berufsunfähigkeit der Continentale Lebensversicherung AG in Zusammenarbeit mit TNS Infratest befragte 936 Berufstätige zwischen 20 und 60 Jahren.

Als größte Angst wird mit 38 % der Verlust der Lebensqualität genannt, gefolgt von der Angst vor dauerhafter Arbeitslosigkeit mit 31 % und der Angst vor einem sozialen Abstieg mit 30 % der Nennungen.

Ebenso realitätsfern ist auch die Einschätzung geeigneter Vorsorgemaßnahmen. Zwar sagen 65 %, eine Berufsunfähigkeitsversicherung sei als Schutz geeignet. Eben so viele halten eine Unfallversicherung für geeignet. Mit 68 % halten die meisten Befragten das Sparen für eine geeignete Vorsorgeform, 64 % den Erwerb von Immobilien, 54 % den Abschluss einer Lebensversicherung und 45 Prozent den Abschluss einer Krankenzusatzversicherung. Offenbar glauben viele, dass allgemeine Vorsorgemaßnahmen wie eine irgendwie geartete Versicherung, Immobilienbesitz oder Ansparen gegen Risiken absichert.

Ziel war es auch, Ursachen für die relativ geringe Akzeptanz der Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden. Die Continentale hat Berufstätige ohne Versicherungsschutz gefragt, warum sie sich nicht abgesichert haben. Nur 27 % geben Informationsmangel als Grund an, nur 19 % bestätigen, sie hätten noch keine ausreichende Beratung gefunden. 41 % der Berufstätigen sind der Ansicht, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahle nicht bei selbstverschuldeten Unfällen. 35 % sagen, private und gesetzliche Leistungen würden miteinander verrechnet. Beide Aussagen sind falsch. Auch der Preis der Berufsunfähigkeitsversicherung ist relevant.

Relativiert wird diese Einschätzung allerdings durch die Abfrage der Ausgabebereitschaft: So behaupten immerhin 35 %, dass sie 25 EUR oder mehr pro Monat für eine Berufsunfähigkeitsversicherung auszugeben bereit wären. Es stimmten die Befragten ohne Berufsunfähigkeitsschutz mit 54 % der Aussage am häufigsten zu, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer sei.

Gefragt nach ihrer Ausgabebereitschaft würden jedoch nur 20 % gar nichts für einen Berufsunfähigkeitsschutz bezahlen. Weitere 45 % würden bis zu höchstens 25 EUR im Monat aufbringen, was allerdings für einen Berufsunfähigkeitsschutz in der Regel nicht ausreichend sei. Bei den verbleibenden 35 %, die mindestens bis zu 50 EUR aufwenden würden, ist nach Ansicht der Studienautoren eine Ausgabebereitschaft vorhanden, die auch für einen effektiven Schutz hinlänglich ist.

Ganze fünf Prozent der Befragten halten die Wahrscheinlichkeit, persönlich von Berufsunfähigkeit betroffen zu werden, für sehr groß, weitere 8 % für groß. Zusammengefasst halten sich also lediglich 13 % für gefährdet. Mehr als ein Drittel gab hingegen weniger groß an - und die Mehrheit von 49 % hält das Risiko für sich selbst nur für gering. Tatsächlich müsste aber rund jeder fünfte Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden, stellen die Studienautoren heraus.

Wissenslücken zeigen sich auch bei verschiedenen Aussagen zur Berufsunfähigkeitsversicherung, denen die Befragten entweder zustimmen oder die sie ablehnen konnten. Zwar wissen drei Viertel der Bevölkerung, dass die staatlichen Leistungen nicht ausreichen - und lediglich 22 % stimmten der Aussage zu, dass die Leistungen über den gesetzlichen Schutz für den Fall einer Berufsunfähigkeit ausreichten und eine private Absicherung nicht erforderlich sei.

Der zentralen Frage, warum es so schwierig ist, Berufsunfähigkeitsschutz überhaupt als Kunde zu erhalten, wurde anlässlich der Studie wohl nicht nachgegangen (z.B. Ermittlung konkreter Ablehnungsquoten in den Antragsabteilungen der Berufsunfähigkeitsversicherung).

Vielleicht trägt dazu bei, dass die Berufsunfähigkeitsversicherungen intern darauf achten, dass die Vertragsquote von BU Versicherungen bezogen auf den Gesamtbestand niedrig bleibt und gewisse Prozentsätze, z.B. bei den führenden BU-Versicherern 10 %, nicht überschreitet? Also interne Annahmepolitik gepaart mit der geringen Attraktivität der Prämien für höhere Risikogruppen und höhere Eintrittsalter, zumal sich das Risikobewusstsein erst mit zunehmendem Alter entwickelt und dann schon die ersten Zipperlein bestehen, was die Annahme zu Normalkonditionen zusehends unwahrscheinlicher macht. Wenn die Versicherer außerdem Voranfragen nur unwillig bearbeiten und es eine Uniwagnis-Datei gibt, dann erstaunt es nicht, dass nur Wenige tatsächlich den als so wichtig und sinnvoll propagierten Versicherungsschutz erhalten. Viele Interessenten geben dann aber nach Wochen der Anfragestellung und Angebotseinholung einschließlich Rückfragen auf. Außerdem gibt es ein Preisproblem. Arbeitnehmer in überdurchschnittlich gefahrenträchtigen Berufen erzielen u.U. nur unterdurchschnittliche Löhne und müssen trotzdem für die Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich überproportional hohe Beiträge bezahlen oder sind nur mit Erschwernissen (Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse) oder gar nicht versicherbar. Das ist versicherungsmathematisch richtig - sozialpolitisch aber wohl kaum gewollt.

In der jährlich durchgeführten Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse, die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. in seinen Jahrbüchern aufgeschlüsselt nach Produktarten veröffentlicht wird, ist nicht einmal in jedem vierten Haushalt (24,0 %) eine Versicherung gegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit vorhanden. Das durchschnittliche Alter liegt bei den Betroffenen zu diesem Zeitpunkt bei 50 Jahren. Dann sind es noch bis zu 17 Jahre bis zur vollen Altersrente. Im Vergleich zu 2009 ist der Wert sogar leicht um 0,1 Prozentpunkte zurückgegangen. Seit 2003 hat sich zudem die Marktdurchdringung von 22,2 % auf 24,1 % im Jahr 2009 nur leicht erhöht.

Vor zehn Jahren wurde die Reform der gesetzlichen Invaliditätsversicherungen verabschiedet, mit der der Gesetzgeber die Verantwortung für die Arbeitskraftabsicherung an die Arbeitnehmer übertragen hat. Daraus ergaben sich für die Versicherungswirtschaft ganz neue Chancen. Diese wurden aber offenbar bisher noch nicht genutzt. Noch heute dürften die gesetzlichen Einschnitte und die Notwendigkeit zum Handeln nicht ausreichend bekannt gemacht worden sein. An dieser Stelle sollte angesetzt werden. Information und Sensibilisierung sind wichtig - und vielleicht hilft ja ein Obligatorium mit Annahmezwang weiter?



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